Seit dem Jahre 2015 wird das traditionsreiche Familienweingut aus Weil am Rhein von Johannes und Christoph Schneider geführt und, wenn auch schon vorher hochdotiert, mit Auszeichnungen bedacht. Unter anderem als Visionäre des Jahres 2025 im Gault Millau und Weingut des Jahres in Baden im Eichelmann. Alle Weine werden vollständig durchgegoren und ohne Restzucker ausgebaut. Nach langer Hefelagerung werden die Weißen nicht vor Ende Juli abgefüllt. Die Roten reifen mindestens 12 Monate in großen Holzfässern und Barriques.
Das Beste der beiden Burgunderrebsorten Chardonnay und Weißburgunder wollte Philipp Müller in seiner Weißwein‐Cuvée „Fein‐ schliff“ vereinen. Am Ende waren es zwei Drittel Chardonnay und ein Drittel Weißburgunder, die zu seiner modernen Interpretation eines klassischen Burgunders führten. Das komplexe Bukett reicht von reifem Apfel, weißem Pfirsich und Zitrusfrucht über Noten von Birne und Ananas bis hin zu floralen Anklängen. Am Gaumen präsentiert sich der trockene Weiße mit seiner gelungenen Balance von Fruchtfülle und Frische angenehm saftig.
Gut von Beiden Feinschliff 2024 weiß, Pfalz € 8,95 (Liter 11,93)
Wenn der Spätsommer sich noch einmal von seiner besten Seite zeigt, kommt der „Monopolio“ Soave Classico der Cantina di Gambellara gerade recht. Mit seinem feinen Bukett von hellen Blüten, seiner delikaten Frucht von hellem Kernobst und seiner präsenten Mineralität sorgt er für gelassene Stimmung, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht und die ersten Blumen den Garten schmücken. Der klassische Weißwein aus dem östlichen Hügelland des Veneto verwöhnt den Gaumen mit reichlich Schmelz und taugt als Aperitif genauso wie als Begleiter zu sahnigen Pasta‐Gerichten mit Fisch oder hellem Fleisch.
Ornithologen ist die Gartenspottdrossel wegen ihrer Fähigkeit Laute anderer Tiere nachzuahmen als Mimus polyglottos bekannt. In den Weinbergen der Familie Rodrigues unterhält sie mit ihrem Gesang die Brüder João und Armindo bei der Arbeit und für Sie singt der Vogel sein Lied auch auf dem Etikett ihres Weißen aus der Síria‐Traube. Vielleicht hören Sie es ja, wenn Sie sich ein Glas davon einschenken. Auf jeden Fall empfängt er Sie mit dem intensiven Duft von Wildblüten, Pfirsichen und Melonen und präsentiert sich am Gaumen dank seiner ausgeprägten Zitrusnoten mit einer angenehmen Frische.
In der Nase wie am Gaumen erweist sich die Scheurebe alles andere als schüchtern. Deshalb schätzt sie Regine Minges als regionale Alternative zum Sauvignon Blanc. Aromen von Pampelmuse, Stachelbeere, Limette und Pimpernelle vereinen sich bei ihrer 24er Scheurebe Gleisweiler trocken zu einer verspielten Leichtigkeit im Bukett und einem ausdrucksstarken Auftritt am Gaumen, zu dem sich hier noch eine spürbare Mineralik gesellt. Sein erhebliches Lagerpotenzial kann der Weiße aus der Pfalz allerdings nur selten ausspielen, da er schon als junger Wein viel zu viel Trinkvergnügen bietet.
Scheurebe, Rivaner und Cabernet Blanc müssten in einer Cuvée vereint eigentlich einen idealen Weißwein für die warme Jahreszeit ergeben, das war Jochen Schmitt von Anfang an klar. Aber bevor der studierte Önologe die drei Rebsorten ins richtige Verhältnis zueinander gebracht hatte, musste er sie in einer langen Verkostungsreihe doch immer wieder neu kombinieren, bis das Ergebnis seiner Vorstellung von einem spritzigen Weißwein mit duftigem Bukett und knackiger Frucht entsprach. Sie können seine Cuvée „Drei Reben“ jetzt gleich probieren und müssen nur noch auf das passende Wetter warten.
Schmitt Drei Reben Blanc 2024, Pfalz € 9,50 (Liter 12,67)