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Ferienlager


Veröffentlicht: Montag, 13. Juli 2015 durch Franzose in Franzosenpost. Keine Kommentare

F… ju Duden – Gut von Beiden

Ein Geschlecht derer von Beiden kennt der Gotha nicht. „Gut von Beiden“ ist daher orthografisch falsch, denn „beide“ wird laut Duden in all seinen Beugungsformen immer kleingeschrieben. Richtig gut sind aber die Weine von Philipp Müller und Jochen Laqué. Den beiden Freunden gehört nämlich das Gut von Beiden in Kleinfischlingen in der Pfalz. Ihr Gutsriesling in der Literflasche ist mit seiner klaren, frischen Frucht und seinem animierenden Spiel von Süße und Säure ein herrlicher Zechwein und Essensbegleiter. Ebenso ihr Portugieser Weißherbst im gleichen Gebinde – mit blitzsauberer Frucht von Kirschen, Erd- und Himbeeren und reichlich Saft am Gaumen macht er einfach nur Spaß. Gut ihr beiden, weiter so!
Gutvonbeiden Riesling trocken, Pfalz 2014 weiss, Liter € 6,70
Gutvonbeiden Portugieser, Pfalz 2014 rosé, Liter € 6,50

Naheliegend – Weingut Lorenz

Man muss kein ausgesprochener Fan dieser Rebsorte sein, um am 2014er Weißburgunder trocken vom Weingut Lorenz Gefallen zu finden. Seine cremige Textur, schmeichelnde Frucht und feine Mineralität nehmen im Zusammenspiel mit der moderaten und gut eingebundenen Säure jeden für sich ein. Ist doch naheliegend, dass so ein sympathischer Weißwein nur von einer ebenso liebenswerten Familie stammen kann. Und tatsächlich liegt das Weingut, auf dem Vater und Sohn in vorabendserienverdächtiger Harmonie ihrer Leidenschaft für den Wein flüssige Gestalt geben, in Bad Kreuznach an der Nahe. Was zu beweisen war.
Lorenz Weißer Burgunder trocken, Nahe 2014 weiss, € 7,95

Nahe am Besten – Weingut Korrell

Über mangelnden Zuspruch können sich Martin und Britta Korrell wirklich nicht beklagen. Mit drei Trauben vom Gault-Millau, vier Fs vom Feinschmecker und drei Sternen von Eichelmann gehört das Weingut in Bad Kreuznach zu den absoluten Top-Betrieben an der Nahe, auf dem sich die Fachwelt die Klinke in die Hand gibt. Wenn dann noch vier (sic!) ebenso herzige wie temperamentvolle Kinder dazukommen, dürfen die Korrells wohl mit Fug und Recht von einem ausgefüllten Leben sprechen. Wir wollen hier aber lieber von ihrem 2014er Grauburgunder trocken reden. Der kraftvolle Weiße aus der Lage Kreuznacher Paradies begeistert mit verschwenderischer sortentypischer Frucht und viel Schmelz am Gaumen und erzielte in unserer Verkostung Bestnoten. Sicher wird er auch Ihnen noch mehr Bewunderung abringen als die reine Kinderzahl.
Korrell Grauer Burgunder, Nahe 2014 weiss, € 9,95

Prozentrechnen – Quinta da Lixa

Bei 26,3 Prozent verlieren Rückfahrkarten nach Berlin ihre Gültigkeit, 11,3 Prozent müssen der Kraft als Antrieb reichen und 9,5 Prozent sorgen für einen klaren Kopf in lauen Sommernächten. So wenig Alkohol hat der wunderbar spritzige Vinho Verde „Anjos de Portugal“ der Quinta da Lixa, dafür aber umso mehr frische Frucht. Das perfekt ausbalancierte Spiel von Süße und Säure macht diesen Weißen zum idealen Sommerwein. Und bei dem Preis kann sich germanisches Finanzgebaren durchaus mit romanischer Lebensfreude versöhnen.
Vinho Verde Anjos de Portugal, 2014 weiss, € 5,00

Comeback des Jahres – Selbach Grauburgunder

Es gibt Verluste, die schmerzen lange. So erging es uns in den letzten beiden Jahren mit dem Grauburgunder von Johannes Selbach. Verregnete Sommer und knappe Ernten sorgten nicht nur bei uns für freie Stellplätze im Regal.
Aber das Freihalten hat sich gelohnt: Er ist wieder da! Mit strohgelber Farbe und einem Bukett von getrockneten Aprikosen macht er Lust auf mehr, und erfüllt mit satter Frucht von Honigmelone und Birne, abgerundet mit einem Hauch Grapefruit, all unsere Erwartungen. Willkommen zurück.
Selbach Grauburgunder, Mosel 2014 weiss, € 7,30

Goldenes Dreieck – Château Coutet

Die Freunde harter Drogen müssen wir leider enttäuschen. Die Weinberge von Château Coutet bilden zwar ein Dreieck, aber nicht Laos, Thailand und Myanmar liegen drum herum, sondern die Rebhänge von Château Angelus, Beausejour und Grand Mayne, also die Crème de la Crème der Grand Cru Classé in Saint-Émilion. Bis 1985 gehörte das Gut selber zu diesem erlauchten Kreis. Dann wurde es deklassiert, weil die damaligen Besitzer wohl vergessen hatten, dass Adel auch verpflichtet. Vor ein paar Jahren aber haben Alain und Xavier David Beaulieu die Zügel in die Hand genommen und sind auf dem besten Weg, Château Coutet zurück zu altem Glanz zu führen. Ihr 2009er gibt jedenfalls keinen Grund, daran zu zweifeln, und ist jetzt noch ein ausgesprochenes Schnäppchen für die Liebhaber großer Bordeaux. Mit seinem intensiven beerigen Duft betört er schon zu Beginn und begeistert weiter mit kraftvoller, gleichzeitig eleganter Frucht von Brombeere und schwarzer Johannisbeere und Noten von Vanille.
Château Coutet, St. Émilion Grand Cru 2009 rouge, € 19,95





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